1. Strophe:

Vom Himmel fallen sieben Böllerschüsse, still steht das Regiment der NVA. Ich sitze jetzt zu Haus in meinem Sessel und sehe Aktuelle Kamera. Am Vortag habe ich zwar lang gestanden, und mit mir musste die Maschine stehn. Jetzt sitz ich da, jetzt will ich wissen, wofür ich stand und auch für wen.

2. Strophe:

Aus welchem Land, das Fernsehn zeigt die Karte, die ähnelt im Profile einem Stier. Die Gangway wird herangefahren, ich denke nach, warum grad wir. Der Gast sieht aus wie Mitte dreißig. Ein neuer Name und ein neuer Mann. Ein neues Land, ein neuer Anfang, aus dem noch alles werden kann.

3. Strophe:

Ein bisschen erinnert er an Che Guevarra, wie ich den noch vor Jahren vor mir seh. Die Klasse ist auch dort gering entwickelt. Der Fortschritt steht und fällt mit der Armee. Und die steht und fällt mit dem Volke, und dies braucht Kapital und Industrie. Und all dies braucht es ohne und auch gegen die internationale Bourgeoisie.

4. Strophe:

Am Vormittag Besuch in den Betrieben – die Kampfgruppen haben sich schick gemacht. Der Gast geht durch, ich hoff, er merkt, wie man sie hält, wenn man sie hat, die Macht. Ein Arbeiter redet eine Rede: Wir baun hier dies und das gerade auf. Ich denke, Mensch, was hat der bimsen müssen, ganz fehlerlos hat er die Rede drauf.

5. Strophe:

Der Gast zeigt sich, so wie er sagt, begeistert von allem, was er sieht in dieser Stadt, und sieht vom Aussichtsturm auf jenen Westen, mit dem auch er zu schaffen hat. Ein weißer Tisch und zwei Staatsfahnen, die Unterschriften unterm Protokoll. Das Löschpapier zeigt reziprok die Namen. Die Presse hat die Filme voll.

6. Strophe:

Geht es um Motorräder, geht’s um Waffen. Was steht hinter den Worte, die ich les in dieser scharf unscharfen Sprache der Diplomaten und Kommuniqués. Wird es ein Schlag ins Wasser, wird es die Fehl- oder die Investition. Das ist das Risiko unserer Sache, das Risiko der Revolution.

7. Strophe:

Das ist die große Frage, die steht offen, denn jeder Sieg hat seinen Preis. Dass wir ihn zahlen können, will ich hoffen, weil keiner genau das zu sagen weiß. Der Film läuft ab, die Tage sind vorüber, die Gäste auf dem Flug nach Haus. Die Landesgrenze wird grad überflogen. Man tauscht noch einmal Telegramme au

8. Strophe:

Ich schalte um, der Westen redet wieder. Denn alles sei ganz anders als ich’s sah. Wir stehn uns also feindlich gegenüber, wie hier so unterm Stern von Afrika.

weitere Lieder:

Meine Zeit Wie die Jahre gehen Winter vor dem Mai. Auf den Füßen stehen und schweben dabei.
Es war mal ein Mädchen (a.d. Film „Heißer Sommer“) Es war mal ein Mädchen von kaum siebzehn Jahren, recht blond und recht hübsch und auch sonst interessant. Und dank den „Sonst“ und dank ihren Haaren hatte sie mehrere Jungs an der Hand.
Wie meinen Sie denn das? Wenn sich wer ein Holztier schnitzt und Löcher in die Wände ritzt, – dann suchen darin tausend Leute den Sinn. Nützt uns das was? Was lehrt uns das?
Vietnam-Siegeslied Wenn Ho-chi-Minhs Artellerie und die Jungs der FNL den letzten Feind verjagen, dann wird der Dschungel hell. Das wird wie Achter Mai und Silvester auf einen Schlag, Musik und Ball und Karneval an diesem Freudentag.
Lebenszeit Fahren zwei durch alle Meere, fahren zwei in einem Boot. Der eine kennt die Sterne, der andre misst das Lot. Sind nicht zu trennen, bleiben vereint, ob Nacht heranzieht, Morgen erscheint. Sie finden zueinander auf Lebens...