1. Strophe:

Nehm wir mal an, so ein Langstreckenläufer läuft tausend Meter in fünf Komma drei. Da läuft er gemütlich, schaut sich noch um und die anderen laufen an ihm vorbei. Nehm wir mal an, das passierte im Ausland mit einem unserer Spitzenstars. Ja, da sagten doch alle, Mensch, bleib du zu Hause, erspar uns Devisen und die Blamage.

2. Strophe:

Nehm wir mal an, jemand fährt zu ’ner Messe mit unserem fetten Kassettentonband. Er sieht andre Stände, reibt sich die Hände und denkt, jetzt hat er den Markt überrannt. Da kommt ein Japaner, zeigt ihm sein Ohr, und er sieht, wie darin ’ne Kassette rotiert. Und der Minister sagt ihm, mein Junge, es wird Zeit, dass ihr vorher mal spioniert.

3. Strophe:

Oder nehm wir mal an, da sitzt so ein Denker und denkt sich auf Staatskosten eine Idee. „Heureka“, ruft er, „ich hab sie gefunden“, und schreibt einen Brief ans Zentralkommitee. Die Antwort wär kurz und ihm unverständlich. Er solle ein Jahr in die Produktion. Denn was er entdeckt habe, wüssten schon andre, vor allem aber, sie täten es schon.

4. Strophe:

Oder nehm wir an, die Proleten in Russland hätten gesagt, die Revolution machen wir erst, wenn der Krieg aus ist und auch dann nur nach gründlicher Diskussion. Nein, sie fingen sofort damit an, und zur rechten Zeit warn sie bereit. Denn sie kannten das Gesetz des Klassenkampfs, die Ökonomie der Zeit.

weitere Lieder:

Der Graben Mutter, wozu hast du deinen aufgezogen? Hast dich zwanzig Jahr mit ihm gequält? Wozu ist er dir in deinen Arm geflogen, und du hast ihm leise was erzählt? Bis sie ihn dir weggenommen haben. Für den Graben, Mutter, für de...
Kurzer Bericht über Leo D., Maurer Siebten Oktober von der Tribünen, da kann man den Maurer kaum sehn. Sind ja so viele, so viele wie dieser, die hinter und neben ihm, hinter und neben ihm, hinter und neben ihm gehn.
Angara / Ангара Wenn der Abend kommt und die Kühle steigt aus den Wäldern, aus der Taiga, sitzen wir im Kreis um den Feuerschein, singen stolz dein Lied, Angara. Sitzen wir im Kreis um den Feuerschein, singen stolz dein Lied, Angara.
Am Abend Am Abend legen die Träume ihre Stirne an den Mond, fragen mit schweren Seufzern, ob dieser Kampf sich lohnt. Jeder kennt einen, der leidet, mehr, als man leiden soll. Ach, und das Herz ist den Träumern immer übervoll.
Lied zum Zwanzigsten Wenn wir es nicht jeden Tag neu erleben würden, wir würden es nicht glauben: Zu überwinden sind die allerschwersten Hürden und zu erreichen sind die allerhöchsten Trauben.