1. Strophe:

Gersten warn sie noch die Jungen, die vom Jahrgang neunundvierzig, Schüler, Lehrlinge, Studenten, eine Zeit lang auch Soldaten. Heute sind sie Facharbeiter, Lehrerin, Abteilungsleiter, haben mehr oder auch minder Kontonummer, Trauschein, Kinder. Sind für Wohnungen und Wagen auf Wartelisten eingetragen. Manche Kriegen erste Orden, ziehen nicht mehr in heller Horden ihnen Beatbands hinterher. Doch die Freunde, sind es mehr oder weniger geworden?

2. Strophe:

Gersten warn sie noch die Jungen, die vom Jahrgang neunundvierzig, und sie planten kühne Taten, sag, wie viele sind gelungen, wie viel von den grünen Saaten bringen wir zur Ernte ein, und wie viel sind erfroren, sag, verdorrt und traf der Hagelschlag? Reifezeit hat jetzt begonnen, sehn wir nach auf unserm Feld. Übern Mai sind wir gekommen, riecht für uns das Korn nach Brot oder riecht es nur nach Geld, sind die Ähren körnerschwer oder spelzig nur und leer?

weitere Lieder:

Lied vom Apfelbaum Als ich neulich von dir ging, sah ich den Baum vor deiner Tür. Der voll reifer Äpfel hing. Nur einer hängt noch heute hier. Baram, bam, bam…..
Jeder Traum Jeder Traum, an den ich mich verschwendet, jeder Kampf, wo ich mich nicht geschont, jeder Sonnenstrahl, der mich geblendet – alles hat am Ende sich gelohnt.
Teilbarkeit Die Arbeit macht den Mensch zum Menschen. Wie seine Arbeit ist, so ist auch er. Die Verkäuferin, die mit dem Rad zur Arbeit fährt und dort verkaufen muss Ersatzteile für Autos. Der Stellvertreter, der nichts zu sagen hat...
Lied der Zuhausebleibenden In Krementschug ist auch mein Kumpel dabei. Ich selber konnte nicht mitgeh’n. Ich hab eine Frau und der Kinderchen zwei, die woll’n ihren Papi sehn. So bleib ich zu Haus und in meinem Betrieb, bei der Arbeit geht’s doppe...
Mutter, wie weit ist Vietnam? Mutter, wie weit ist Vietnam? Sehr weit, mein Kind, sei still! Mutter, wie sprechen die Menschen da? Ganz anders als hier, mein Kind. Mutter, warum ist da Krieg? Warum? Weil Fremde und Reich wolln, dass Arme dort arm ble...