1. Strophe:

Was hatte unser Großpapa von seinem Vaterland? Er hatte die Verwunderung, dass er´s heil überstand. Er hatte seinen Kaiser, er hatte seinen Krieg. Und was dann auch nicht besser war – die erste Republik. Das hatte unser Großpapa an seinem Vaterland: Er hat sich seinen Kapp gekappt und hat dann auch nicht mehr gehabt, als er schon vorher fand. Nämlich alleweil ´nen krummen Rücken vom Sichbücken, vom Sichbücken, vor dem Herrn. Und mitunter so was Schräges in den Blicken; das sahen die Herrn, sahen die Herrn, sahen die Herrn gar nicht so gern.

2. Strophe:

Was hatte unser Vater wohl an seinem Vaterland? Er hatte eine Uniform und ´ne durchschoss´ne Hand. Er hatte einen Freund auch, der starb nicht an der Front, der starb, wo mancher mit ihm starb, weil er nicht zusehn konnt. Das hatte unser Vater dann an seinem Vaterland: ein Reich, ein Reich, ein Riesenreich. Doch Gott sei Dank zerschlug man´s gleich. Und blieb nur der Verstand. Nämlich alleweil ein krummer Rücken vom Sichbücken, vom Sichbücken, vor den Herrn, tut sich, wie die Dinge liegen, nicht mehr schicken. Das hörten die Herrn, hörten die Herrn, hörten die Herrn gar nicht so gern.

3. Strophe:

Und was, was hab´n wir selber heut an unserm Vaterland? Wir haben, dass wir Herren sind und Herrn aus eigner Hand und Herrn über uns selber und über die Natur. Und mühen uns und arbeiten und arbeiten nicht nur. Ja, das, das hab´n wir selber heut an unserm Vaterland: Wir haben endlich ein Gesicht und endlich auch die Zuversicht: Dies Land ist von Bestand. Nämlich alleweil ein gerader Rücken. Ohne Krücken, ohne Krücken geht´s voran. Und was Wunderbares spricht aus allen Blicken. – Parole der Zeit. Parole der Zeit. Parole der Zeit: Der Mensch obenan!

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