Refrain:

Siebten Oktober von der Tribünen, da kann man den Maurer kaum sehn. Sind ja so viele, so viele wie dieser, die hinter und neben ihm, hinter und neben ihm, hinter und neben ihm gehn.

1. Strophe:

Der ist am Prenzlauer Berg geboren. Der Krieg hat den Vater geholt. Mutter schien wenig verloren zu haben, Vater hat nur Saufen gewollt. Er hat die Hosen vom Vater getragen. Der Krieg hat den Spielplatz gebaut. Ins Schulhaus ist eine Bombe geschlagen. Und vor Hunger hat Leo geklaut.

2. Strophe:

Dabei hat ihm Polizei aufgelauert. Die Mutter hat lange geweint und es hat anderthalb Jahre gedauert dann waren sie wieder vereint. Dann ist er ein paar Jahre Lehrling gewesen, um Maurer zu werden beim Bau. Und er begann damals Bücher zu lesen und am Sonnabend war er oft blau.

3. Strophe:

Er hat ein Mädchen beim Tanzen getroffen und wie Mädchen beim Tanzen so sind: hat er bald sonnabends nicht mehr gesoffen, denn sie hatten beide ein Kind. Er hat gewartet am dreizehnten achten, hat nachts die Minuten gezählt. Das Mädchen ist nicht nach Hause gekommen und er hat dann zwei Tage gefehlt.

4. Strophe:

Bald hat er nicht mehr die Briefe gelesen, es stand darin nur noch ein Satz. Stattdessen ist er beim Bezirksamt gewesen, wegen dem Krippenplatz. Er wirft den Kalk jeden Tag an die Steine, hat rissige Hände davon. Und manchen Abend, da schmerzen die Beine. Doch er tobt noch im Bett mit dem Sohn.

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