1. Strophe:

Ich bin im Jahr neunundvierzig geboren, da war der Vater A-B-F-Student. Mutter hat ein Jahr vom Studium verloren. Meine Spielhose war Vater’s blaues Hemd. Wir sind aus der Stadt ins Dorf gezogen, zurück in die Stadt und wieder auf’s Land, Vater hat uniform angezogen, ich hätte ihn zeitweise Onkel genannt. Ich hörte die Mutter von Scheidung reden, doch heute weiß sie davon nichts mehr. Ich denk, sie bekam dafür keinen Segen, denn sie war im Dorf der Parteisekretär.

Zwischenstrophe:

Bin kein Kortschagin, flieg nicht zu den Sternen, ein Bauarbeiter im BMK Ost und jedes zu seiner Zeit heißt wohl lernen! Aus Trauben wird vorerst nicht Wein sondern Most..

2. Strophe:

Die ersten Schuljahre weiß ich genauer: zur Religionsstunde durfte ich nicht. „Du armes Heidenkind!“ Sagte voll Trauer der Pfarrer und streichelte mein Gesicht. Ich lernte kyrillische Buchstaben deuten. Rechnen fiel mir noch immer schwer und schönste Musik war das Pausenläuten, nach Ferien blieb oft eine Schulbank leer. Da hatte vorher einer gesessen, der war dein bester Schulkamerad.. Du hattest noch keine Angel besessen – ob er sie wirklich vergessen hat?

3. Strophe:

Ich kam grad aus dem Ferienlager an jenem 13.August. Vater war nicht mit am Bahnhofsvorplatz; er hatte vorher zum Betrieb gemusst. Und Juri Gagarin umflog die Erde, da war es für mich ein klarer Fall, dass ich einst Weltraumflieger werde – weit unter mir schwebte der Erdenball. Statt Flügel trugen mich Bücherseiten, verdeckten zur hälfte Gagarin, und ich durchflog die Oktoberzeiten zu Pferde und mit Pawel Kortschagin.

4. Strophe:

Ich kam grad aus dem Ferienlager an jenem 13.August. Vater war nicht mit am Bahnhofsvorplatz; er hatte vorher zum Betrieb gemusst. Und Juri Gagarin umflog die Erde, da war es für mich ein klarer Fall, dass ich einst Weltraumflieger werde – weit unter mir schwebte der Erdenball. Statt Flügel trugen mich Bücherseiten, verdeckten zur hälfte Gagarin, und ich durchflog die Oktoberzeiten zu Pferde und mit Pawel Kortschagin.

5. Strophe:

Die Gabi stellte da ernstere Fragen als wir im 18. Jahre warn: „Willst du einen Kinderwagen, oder wollen wir lieber nach Krakau fahr’n?“ Da konnte ich nicht als „Scheiße!“ sagen, im Briefkasten lag ein blaues Kuvert. Bald frühe ich Panzer statt Kinderwagen und kriegte drei Urlaubstage mehr. Nein, ich war kein Soldat zum Spaße, bin sicher nicht geboren zum Held, doch will ich friedlich meine Straße wie alle Straßen der Welt.

6. Strophe:

Als ich dann zurückkam von der „Fahne“, war das ein Tag! Jungs – ihr kennt’s ja genau, ein Tag wie Schnitzel mit Himbeeren und Sahne – kein Himmel war jemals wie ich so blau. Danach ging’s zu wie Marmelade, wir waren nun drei, doch das Zimmer blieb eins! Ich ging zurück in die alte Brigade und in die Fänge eines Gartenvereins. Dort grub ich an sieben Wochenenden die Hälfte unsres Planeten um und hoffte, dass wir den Goldschatz fänden und kämen ums Wohnungsamt herum.

7. Strophe:

Frühmorgens brachte ich den Sohn zur Krippe und abends holte ihn Gabi ab. In ihrem Bauch wuchs der zweite der Sippe; der brachte die Wohnungskommission auf Trab. Und nun bin ich 25 Jahre und Stellvertreter vom Brigadier. Da trägt man schon etwas kürzer die Haare und ist halt nicht mehr ein ganz junger Stier. Will ich da den Statistikern glauben, dann hab ich ein Drittel meiner Jahre gelebt. Wie war das nur mit dem Fuchs und den Tauben? Ob mir schon der Saft an der Schnauze klebt?

Endstrophe:

Bin kein Kortschagin, flieg nicht zu den Sternen, ein Bauarbeiter im BMK Ost und jedes zu seiner Zeit heißt wohl lernen! Aus Trauben wird vorerst nicht Wein sondern Most.

weitere Lieder:

Schlacht am Galgenberg Noch sind wir da, noch können wir schießen, wir geben die Waffen nicht her. Wir werden weiterleben, unsere rote Fahne heben, Rotarmisten geben die Waffen nicht her.
Teilbarkeit Die Arbeit macht den Mensch zum Menschen. Wie seine Arbeit ist, so ist auch er. Die Verkäuferin, die mit dem Rad zur Arbeit fährt und dort verkaufen muss Ersatzteile für Autos. Der Stellvertreter, der nichts zu sagen hat...
Nimm mein Herz Nimm mein Herz, es ist die Taube, die die Meere überfliegt, die treibt es wieder fort. Sie sucht und flieht den Ort, wo sie warm und sicher liegt.
Entscheidung Du weißt, ich habe dich lieb, und du kennst meinen Weg. Du weißt, ich kann mich nicht teilen komm zu uns oder geh. Du lebst ohne zu fragen, und du willst die Fragen nicht sehn – und beide trennt ein Wasser, man kann zwis...
Ballade vom Knopf Schon als ich einstieg in den D-Zug, ist der Knopf so gut wie ab. Er hängt nur noch am allerletzten Faden. Nur gut, dass ich’s zur rechten Zeit noch mitbekommen hab, sonst hätt ich heute wieder mal den Schaden.