1. Strophe:

Ich brauche zum Leben verlässlichen Frieden zum Leise- und zum Stillesein um sommers im gelben Kornfeld zu liegen zum Kindermachen, zum Kinderkriegen, zum Traurigsein, zum Albernsein.

2. Strophe:

Ich brauch ihn für all die brennen den Fragen, dass ich eine Antwort finden kann, um früh in der Straßenbahn zu fahren, zum Witze lernen, zum Meinungen sagen, ich brauche ihn, dass ich leben kann.

3. Strophe:

Das Haus, in dem ich wohne, ist rissig von Zeit. Es brach ihm die Haut vor Weh im Krieg. Das Foto mit Mutter im weißen Brautkleid und von Vater mit grauer Kluft und mit Helm, dem vor Stalingrad fast die Liebe erfror.

4. Strophe:

Ich brauche den Frieden zu Liebesbriefschreiben für Abschiedsbriefe brauche ich ihn zum Bummeln, zum Schmulen in Fensterscheiben zum Tanzengehen, zum Einsambleiben im Herbst zu sehen, wie die Schwäne ziehn.

weitere Lieder:

Lebenslied Ich will so leben wie ein Mensch: ich brauch Wohnung, Kleider, Schuh‘. Ich brauche Freundlichkeit und Wärme und eine gute Arbeit dazu.
Russischlehrer Weidner Den Russischlehrer Weidner, den mochten wir sehr gern, der hatte was von einem würd ‚gen alten Herrn. An einer Silberkette hing seine Taschenuhr, die Hose war zerknittert, weil er mit ’n Fahrrad fuhr. Die ersten Russisch...
Knüpflied auf eine Unruhestifterin Wenn die Neugier nicht wär, müsste ich nicht mehr wandern. Hätte endlich die Ruh´ und ganze Schuh´, wenn die Neugier nicht wär…
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Die Antwort weiß ganz allein der Wind Wie große Berge von Geld gibt man aus für Bomben, Raketen und Tod? – Wie große Worte macht heut mancher Mann und lindert damit keine Not? Wie großes Unheil muss erst noch geschehn, damit sich die Menschheit besinnt? Die ...