1. Strophe:

Hört die traurige Geschichte von der Jule Julischkat, die sich so, wie ich berichte, einmal zugetragen hat. Sieben Jahr‘ alt war die Jule und zwei Wochen ungefähr, als sie glaubte, dass die Schule nicht mehr nötig für sie wär.

2. Strophe:

Und da legte sie beflissen beide Hände über’n Bauch, glaubte schon genug zu wissen. Das glaubt mancher andre auch. Jule ging dann durch die Gassen. Kam ein großes Schild in Sicht. Es ermahnte, aufzupassen. Lesen konnte Jule nicht.

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3. Strophe:

Und daneben, liebe Leute, war ein tiefes Gullyloch, sah genauso aus wie heute, nur der Deckel fehlte noch. Jule spürte keine Reue, ging vorüber forsch und keck, dachte grad an ihre Schläue – und auf einmal war sie weg.

4. Strophe:

In dem Gully, da war Wasser und das floss ins große Meer. Jule wurde blass und blasser. Und auch dunkel war es sehr. Keiner hörte ihr Gewinsel. Und des Wassers wilde Bahn riss sie mit auf eine Insel mittendrin im Ozean.

5. Strophe:

Kam ein Haifisch, sah sie klagen und versprach die Rettung ihr. Doch sie sollte vorher sagen: Was ist acht geteilt durch vier? Da hat Jule sehr gezittert. Rechnen war ihr unbekannt. Und der Haifisch hat erbittert ihr den Rücken zugewandt.

6. Strophe:

Heulend nahm sie mit den Händen eine Flasche und Papier, um ’ne Flaschenpost zu senden: „Holt mich wieder weg von hier!“ doch sie konnte auch nicht schreiben. Wer nichts lernt, ist eben dumm. Musste auf der Insel bleiben mit dem Wasser ringsherum.

7. Strophe:

Und noch heute dringt ihr Wimmern mit dem Sturm an unser Ohr. Wir, zu Hause in den Zimmern, holen dann die Bücher vor. Denn wer keine dicken Vieren und ein helles Köpfchen hat, dem kann so was nicht passieren wie der Jule Julischkat.