1. Strophe:

Der alte Franz macht wieder seine Runde. Das erste Mal seit über einem Jahr. Schnell wie der Wind verbreitet sich die Kunde. Nun wird es wieder so, wie’s früher war.

2. Strophe:

In seiner Kneipe scheuern sie die Tische, man putzt die Theke, leert das Pissoir. In seiner Kirche stellen seine Frauen ihm frische Lilien auf den Altar.

3. Strophe:

Der alte Franz macht wieder seine Runde, er geht vom Dorf herunter auf das Feld. Und betet auf dem Weg ein Vaterunser für seine Kinder täglich Brot und Geld.

4. Strophe:

Der Raps steht gut, die Gerste ist zu niedrig. Denkt an das Bier, mein Gott, und schenk ihr Kraft. Das wird ein gutes Jahr für meine Bienen und für die Kasse der Genossenschaft.

5. Strophe:

Der rote Franz, so nennen ihn die Bauern seit damals, als er gegen sie gestimmt. Es wächst nicht mehr Korn, wenn ihr darum betet. Der Herr gibt nur, was man sich von ihm nimmt.

6. Strophe:

Wie schrieb der Paulus einst an die Korinther. Er las es vor und die Versammlung schwieg. Sie hörten zu, andächtig wie die Kinder. Vorn an der Wand ein Bild von Wilhelm Pieck.

7. Strophe:

Der alte Franz macht wieder seine Runde. Drei neue Autos und ein frisches Grab. Als er hierherkam gab es nicht mal Hunde, weil es bei ihnen nichts zu stehlen gab.

8. Strophe:

Franz kennt der Seinen Sorgen und Gerüche. In ihrer Kirche ist er meist allein. Er geht zu ihnen, setzt sich in die Küche und schimpft auf ihren selbstgemachten Wein.

9. Strophe:

Der Pfarrer Franz macht wieder seine Runde, ein guter Hirt macht seinen Schafen Mut. Er ist für uns, egal, aus welchem Grunde, sein Messwein schmeckt auch mir, Genossen, gut.

weitere Lieder:

Im Treptower Park im Ehrenmahl Im Treptower Park im Ehrenmahl, da steht ein Symbol, das monumental spricht von unglaublichen Taten. Ein Rotarmist, ein Kind im Arm, er hält es fest, dem Kind wird warm im Mantel des roten Soldaten.
Große Fenster Große Fenster wünsch ich allen Menschen, die Gardinen spärlich nur und dünn, dass die Einsicht und die Aussicht groß sind, wie ich gern von beidem selber bin.
Hüt du dich Ich weiß ein Maidlein hübsch und fein: Hüt du dich! Ich weiß ein Maidlein hübsch und fein, es kann gar falsch und freundlich sein: Hüt du dich! Hüt du dich! Vertrau ihr nicht, sie narret dich, sie narret dich.
Ja, wer Geld hat (1960) Und wer Geld hat, der kann trotz der Krise prassen und wer keins hat, muss sein Hemd im Leihhaus lassen. Angeschmiert sind wir ganz schön. Wer’s noch nicht glaubt, der soll doch lieber gehen.