1. Strophe:

Schon als ich einstieg in den D-Zug, ist der Knopf so gut wie ab. Er hängt nur noch am allerletzten Faden. Nur gut, dass ich’s zur rechten Zeit noch mitbekommen hab, sonst hätt ich heute wieder mal den Schaden. Ich nehm‘ Nähzeug aus der Tasche, hab die Jacke auf den Knien, zieh Sternzwirn in die Nadel, und dann im Handumdrehn beginne ich zu nähen im D-Zug zwischen Leipzig und Berlin.

2. Strophe:

Ich mach das nicht zum ersten Mal und komme ganz gut klar trotz Schienenstoß, Gepolter und Geschlinger. Durch Zufall Blick ich auf, und plötzlich werde ich gewahr, das ganze Abteil blickt mir auf die Finger. Ein sehr Dicker in der Ecke beäugt mich ganz genau und zeigt mir als Ergebnis der gründlichen Betrachtung ein Lächeln voll Verachtung. Zum Nähen hat er sicher seine Frau.

3. Strophe:

Ein Mädchen, gar nicht hässlich, sitzt mir grad vis-a-vis und hat vor Spannung rote Wangen. Die hält mich offenbar für eine glänzende Partie und möchte ein Gespräch mit mir anfangen. Ein Student zu meiner Linken sitzt rauchend da und gafft. Die Rentnerin zur Rechten hört extra auf zu stricken und hätschelt mich mit Blicken. Da hab ich es, Gott sei Dank, geschafft.

Moral:

Da kann man mal sehn, wie es tatsächlich steht um Gleichberechtigung und Emanzipation: Ein Mann, der eigenhändig einen Knopf annäht, ist offenbar noch immer eine Sensation.

weitere Lieder:

Stoßen wir an auf Frieden und Glück Stoßen wir an auf Frieden und Glück, auf des Lebens ganze Buntheit, leb hundert Jahr, hab manchmal auch Spaß und bleib bei bester Gesundheit.
Gänge durch den Garten Unterm Birnbaum behauptetest du einmal, unsere Liebe sei leider nur halb real: Zwar befördere viel Mondschein die Zweisamkeit, doch in unserem Fall auch Enthaltsamkeit.
Fragen Sag, wie soll ich sprechen, heimlich oder grad, biegen oder brechen, gib mir einen Rat. Sag, wie soll ich denken, an uns oder an mich, hab nichts zu verschenken, brauch mein Bett und Tisch. Sag, wie soll ich wohnen, soll...
Die Herren Generale Die Herren Generale i Mamita mia! hab´n uns verraten. Und die Faschisten-Staaten schicken auch prompt Soldaten mit Bomben und Granaten i Mamita mia! zu blut´gen Taten.
Fahnenlied Nicht, dass der Wind sie bewegt, macht unsre Fahne so schön. Nicht, dass sie flattert und schwebt, macht, dass wir hinter ihr gehn. Nicht, dass sie leuchtet und strahlt, macht unsre Herzen bewegt.