1. Strophe:

Schon als ich einstieg in den D-Zug, ist der Knopf so gut wie ab. Er hängt nur noch am allerletzten Faden. Nur gut, dass ich’s zur rechten Zeit noch mitbekommen hab, sonst hätt ich heute wieder mal den Schaden. Ich nehm‘ Nähzeug aus der Tasche, hab die Jacke auf den Knien, zieh Sternzwirn in die Nadel, und dann im Handumdrehn beginne ich zu nähen im D-Zug zwischen Leipzig und Berlin.

2. Strophe:

Ich mach das nicht zum ersten Mal und komme ganz gut klar trotz Schienenstoß, Gepolter und Geschlinger. Durch Zufall Blick ich auf, und plötzlich werde ich gewahr, das ganze Abteil blickt mir auf die Finger. Ein sehr Dicker in der Ecke beäugt mich ganz genau und zeigt mir als Ergebnis der gründlichen Betrachtung ein Lächeln voll Verachtung. Zum Nähen hat er sicher seine Frau.

3. Strophe:

Ein Mädchen, gar nicht hässlich, sitzt mir grad vis-a-vis und hat vor Spannung rote Wangen. Die hält mich offenbar für eine glänzende Partie und möchte ein Gespräch mit mir anfangen. Ein Student zu meiner Linken sitzt rauchend da und gafft. Die Rentnerin zur Rechten hört extra auf zu stricken und hätschelt mich mit Blicken. Da hab ich es, Gott sei Dank, geschafft.

Moral:

Da kann man mal sehn, wie es tatsächlich steht um Gleichberechtigung und Emanzipation: Ein Mann, der eigenhändig einen Knopf annäht, ist offenbar noch immer eine Sensation.

weitere Lieder:

Kommunisten Sie sind im Volk wie Hefe im Teig, beide braucht es zum Brot, beide zur Arbeit und beide zum Streik, beide gegen die Not.
Lied vom Besserwissen Nachher wird man´s immer besser wissen. Doch das Nachher kommt nicht von allein. Und weil wir´s wissen, stets besser wissen, muss die Arbeit heut bewältigt sein.
Legt den Grund zu einem neuen Leben Legt den Grund zu einem neuen Leben! Nützt die Lehren der Vergangenheit! Einem gleichen Ziel gilt unser Streben, lasst ans Werk uns gehen in Einigkeit.
Sag mir wo du stehst Sag mir wo du stehst, sag mir wo du stehst, sag mir wo du stehst und welchen Weg du gehst. Sag mir wo du stehst, sag mir wo du stehst, sag mir wo du stehst und welchen Weg du gehst.
Schlacht am Galgenberg Noch sind wir da, noch können wir schießen, wir geben die Waffen nicht her. Wir werden weiterleben, unsere rote Fahne heben, Rotarmisten geben die Waffen nicht her.