1. Strophe:

Mutter, wozu hast du deinen aufgezogen? Hast dich zwanzig Jahr mit ihm gequält? Wozu ist er dir in deinen Arm geflogen, und du hast ihm leise was erzählt? Bis sie ihn dir weggenommen haben. Für den Graben, Mutter, für den Graben.

2. Strophe:

Junge, kannst du noch an Vater denken? Vater nahm dich oft auf seinen Arm. Und er wollt dir einen Groschen schenken, und er spielte mit dir Räuber und Gendarm. Bis sie ihn dir weggenommen haben. Für den Graben, Junge, für den Graben.

3. Strophe:

Drüben die französischen Genossen lagen dicht bei Englands Arbeitsmann. Alle haben sie ihr Blut vergossen, und zerschossen ruht heut Mann bei Mann. Alte Leute, Männer, mancher Knabe in dem einen großen Massengrabe.

4. Strophe:

Seid nicht stolz auf Orden und Geklunker! Seid nicht stolz auf Narben und die Zeit! In die Gräben schickten euch die Junker, Staatswahn und der Fabrikantenneid. Ihr wart gut genug zum Fraß für Raben, für das Grab, Kameraden, für den Graben.

5. Strophe:

Werft die Fahnen fort! Die Militärkapellen spielen auf zu euerm Todestanz. Seid ihr hin; ein Kranz von Immortellen – das ist dann der Dank des Vaterlands. Denkt an Todesröcheln und Gestöhne – drüben stehen Väter, Mütter, Söhne, schuften schwer, wie ihr, ums bisschen Leben. Wollt ihr denen nicht die Hände geben? Reicht die Bruderhand als schönste aller Gaben – übern Graben, Leute, übern Graben – !

weitere Lieder:

Wart auf mich Wart auf mich, ich komm zurück, aber warte sehr. Warte, wenn der Regen fällt gelb und trüb und schwer. Warte, wenn der Schneesturm tobt, wenn der Sommer glüht. Warte, wenn die andern längst, längst des Wartens müd – wart...
Lied einer Krippentante Die Woche sind die Mütter fort, die Väter nicht daheim. Ich bin die Tante von der Krippe, muss vielen Eltern sein. Habe zehn Jungs. Wenn die laut schrein, dann fällt das Dach der Krippe fast ein. Die Mädchen dagegen, sel...
Es ziehen die Söhne los Es ziehen die Söhne los, sind noch nicht mal richtig groß, sind lange nach dem letzten Krieg geboren. Doch der Mann weiß sicher noch, wie das Brot des Krieges roch vielleicht hat er seinen Vater da verloren.
Liebeskummer eines Dorfknechts Es soll sich der Mensch nicht mit der Liebe abgebe, denn die Liebe bringt so manche schöne Kerle ums Lebe, da hat mir mein Trutschel die Liebe versagt: ich hab es beklagt.
Sing, Soldat, sing Sing, Soldat sing, du Mann mit dem Gewehr! Sing, Soldat sing, weit war der Weg und schwer. Bei der Rast im grünen Gras, sing von deinen Träumen was, von Soldatenlieb und -ehr´!