1. Strophe:

Abends in der Baracke lodern die Eisenöfen. Lehm wie gebrannt an den Stiefeln. Flaschenbier liefert ein Konsum, Tanzmusik aus dem Transistor, weil in der Stadt wieder mal kein Tanz ist. Einer von uns hat ’ne Freundin, die bringt er mit manchen Abend. Und dann schmiert sie uns allen das Brot. Und wenn wir sehr höflich sind, wird sie rot. Einmal wird sie mit ihm oder einem andern in den Häusern wohnen, die wir ihr baun. Freundliche Zimmer mit hellen Tapeten. Kühlschrank mit Dingens zum Trinken und Kaun. Sessel, in denen auch mal ein Besuch sitzt. Besuchen wir sie später selber einmal. Und wenn wir dann Lust kriegen nach solchem Wohnen, gehn wir zurück in die Baracken und hacken weiter und sacken weiter und stellen noch ein paar Städte dazu, dass wir uns lohnen, dass wir uns lohnen, dass wir uns lohnen!

2. Strophe:

Es ist ein neues Wohnen auch in den neuen Häusern, wo die Familie allein bleibt, weil ich woanders gerad baue. Sind doch ringsum die Familien nicht in sich selber verschlossen. Grübelt noch nachts der Direktor, zwar auf ’ner weichen Matratze und in allem Komfort, den man wüßt, und kommt also kaum runter mehr vom Gerüst. Und wer einmal die Lust am Bauen erlernt hat, der wird niemals wieder fertig sein wollen. Wird die Hochhäuser loben aus den Baracken, den Baracken ein Lied aus den Hochhäusern zoll’n. Dies Lob und dies Lied werden immerzu eins sein. Ein Lob auch der Freundin von unserem Freund. Ein Lied, Katharina, sind uns, denn wir leben so weit entfernt von unseren Frauen und bauen weiter, und bauen weiter, und stellen noch ein paar Städte dazu, dass wir uns lohnen, dass wir uns lohnen, dass wir uns lohnen!

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